Verkehrsplanung - Grundlagen, Ziele und Ansätze
Verkehrsplanung bildet die Grundlage moderner Mobilität. Sie entscheidet, wie sicher, effizient und nachhaltig Menschen und Güter sich in Städten und Regionen bewegen.
Auf dieser Seite finden Sie alle zentralen Aspekte der Verkehrsplanung, von Zielen und Prozessen, bis zu Methoden, Instrumenten und Akteuren.
Ein Überblick für alle, die Mobilität verstehen, planen und verantwortungsvoll weiterentwickeln wollen.
Was ist Verkehrsplanung?
Verkehrsplanung ist die strategische Gestaltung von Verkehrssystemen, die Mobilität effizient, sicher und umweltverträglich organisiert. Sie schafft die Voraussetzungen für ein leistungsfähiges Gesamtsystem, das alle Verkehrsmittel umfasst, von Straßen über Schienen bis hin zu Rad- und Fußverkehr, und ihre Nutzung gezielt steuert.
Im kommunalen Kontext bedeutet Verkehrsplanung:
- die Abschätzung des zukünftigen Verkehrsbedarfs auf Basis von Prognosen zur wirtschaftlichen und demographischen Entwicklung sowie geplanten städtebaulichen oder infrastrukturellen Projekten,
- die Abstimmung von Raumstruktur, Verkehrsangeboten und rechtlichen Rahmenbedingungen,
- die Zusammenarbeit von Politik, Verwaltung, Fachleuten und Öffentlichkeit,
- sowie die Integration von Verkehr, Stadtentwicklung und Umweltaspekten zu einem Gesamtsystem.
Ein modernes Verständnis setzt auf integrierte Verkehrsplanung: Sie betrachtet die Wechselwirkungen zwischen Verkehr, Raum und Umwelt ganzheitlich und verbindet Disziplinen wie Stadtplanung, Umweltplanung, Infrastrukturentwicklung und Verkehrsmanagement. Ziel ist eine Mobilität, die leistungsfähig, sicher, ressourcenschonend und sozial verträglich ist.
Verkehrsplanung ist zugleich vorausschauend. Durch die Analyse von Reisemustern, demografischen Entwicklungen und technologischen Trends liefert sie die Grundlage dafür, politisch definierte Ziele zu bewerten, zu präzisieren und in umsetzbare Strategien zu überführen.
So lässt sich der zukünftige Mobilitätsbedarf einschätzen und darauf aufbauend können Raumkonzepte, Investitionen und Infrastrukturmaßnahmen gezielt entwickelt werden.“
Der Prozess der Verkehrsplanung
Verkehrsplanung folgt einem strukturierten und iterativen Prozess, der von der Analyse der Ausgangssituation über die Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen bis zu deren Überprüfung reicht. Ziel ist es, auf Basis belastbarer Daten fundierte Entscheidungen zu treffen und das Verkehrssystem systematisch weiterzuentwickeln.
Schritt 1: Analyse der Ausgangssituation
Am Anfang jeder Verkehrsplanung steht die Analyse der Ausgangssituation. Sie dient dazu, das bestehende Verkehrsgeschehen und seine Ursachen zu verstehen.
Kommunale Verkehrsanalysen stützen sich auf verschiedene Datengrundlagen wie:
- Verkehrszählungen
- Mobilitäts- und Haushaltsbefragungen
- ÖPNV-Betriebsdaten
- Floating-Car-Data
- Schadstoffmessungen
- Stau- und Reisezeitinformationen
- Unfalldaten
- Flächennutzungsinformationen.
Häufig erfolgt eine Gliederung in Verkehrsbezirke (bzw. Verkehrszellen bei Modellanalysen), um Quell- und Zielverkehre systematisch zu erfassen.
Neben den Verkehrsdaten werden auch räumliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen berücksichtigt, etwa Siedlungsentwicklung, Arbeitsplatzverteilung sowie Einkaufs-, Bildungs- und Freizeiteinrichtungen. Zusätzlich werden soziale Strukturen und Umweltbelastungen einbezogen. Nur durch diese integrierte Betrachtung lassen sich Probleme wie Überlastungen, Erreichbarkeitsdefizite oder Nutzungskonflikte fundiert identifizieren.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wo aktuell Verkehrsprobleme bestehen, welche Auswirkungen sie auf Menschen und Wirtschaft haben und wo künftig, auch im Hinblick auf definierte Ziele, neue Herausforderungen zu erwarten sind.
Die Analyse bildet damit eine zentrale Grundlage für die weitere Zielpräzisierung sowie für die Entwicklung und Bewertung von Maßnahmen.
Schritt 2: Zieldefinition und Leitbilder
Nach der Analyse folgt die Festlegung von Zielen und Leitbildern. Sie geben vor, welche Entwicklungen das Verkehrssystem künftig nehmen soll und schaffen eine gemeinsame Orientierung für Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit.
Leitbilder übertragen übergeordnete gesellschaftliche und politische Ziele – etwa aus Klima-, Umwelt- oder Stadtentwicklungspolitik – auf die Ebene der Mobilität und konkretisieren sie in den Bereichen Sicherheit, Umweltverträglichkeit, Erreichbarkeit, Effizienz und Lebensqualität.
Ziele werden messbar formuliert, beispielsweise durch Kennzahlen zu CO₂-Ausstoß, Flächenverbrauch oder Modal Split. Dabei sind nicht nur strategische Zielsetzungen maßgeblich, sondern auch gesetzliche und regulatorische Vorgaben, die den Handlungsspielraum der Verkehrsplanung definieren. So setzen etwa Klimaschutz- und Klimamobilitätsgesetze verbindliche Rahmenbedingungen für Emissionsminderungen und die Ausgestaltung zukünftiger Mobilitätssysteme.
Auf dieser Grundlage lassen sich Fortschritte überprüfen und Maßnahmen gezielt steuern. Gleichzeitig gilt es, Zielkonflikte offen zu benennen, etwa zwischen Effizienz und Umweltverträglichkeit oder zwischen Sicherheit und Geschwindigkeit, und diese im Sinne einer nachhaltigen Mobilität transparent abzuwägen.
Beispiel Stuttgart
Ein aktuelles Beispiel dafür liefert die Landeshauptstadt Stuttgart: Mit ihrem Verkehrsentwicklungskonzept 2030 definiert die Stadt klare Leitbilder und Ziele, unter anderem eine nachhaltigere Mobilität und Verbesserung der Lebensqualität bei gleichbleibendem oder reduziertem Verkehrsaufkommen.
Die Landeshauptstadt Stuttgart definiert mit dem Verkehrsentwicklungskonzept 2030 klare Ziele für Mobilität.
Schritt 3: Maßnahmen
Maßnahmenentwicklung übersetzt strategische Ziele in konkrete Schritte, von Infrastruktur über Steuerung bis Kommunikation.
In der kommunalen Verkehrsplanung umfasst das sowohl bauliche und organisatorische als auch regulative und kommunikative Maßnahmen.
Dazu gehören beispielsweise:
- Infrastrukturmaßnahmen: Straßenraumgestaltung, Ausbau von Rad- und Fußwegen, Barrierefreiheit, ÖPNV-Anlagen.
- Verkehrslenkung und -management: Parkraumbewirtschaftung, Geschwindigkeitsmanagement, Vorrangschaltungen.
- Mobilitätsangebote und Anreize: Sharing-Systeme, multimodale Knotenpunkte, Tarif- und Taktoptimierungen im ÖPNV.
- Kommunikation und Beteiligung: Kampagnen zur Verhaltensänderung, Einbindung der Bevölkerung.
Wichtig ist eine integrierte Betrachtung: Einzelmaßnahmen werden zu Maßnahmenbündeln kombiniert, um sich gegenseitig zu verstärken - etwa durch die Kombination aus Parkraummanagement, Radwegeausbau und ÖPNV-Verbesserung.
Ihre Wirksamkeit wird anhand von Zielindikatoren wie Verkehrsaufkommen, CO₂-Ausstoß oder Modal Split abgeschätzt und mit Alternativen verglichen. So entsteht ein konsistentes Maßnahmenkonzept, das Fachlogik, politische Umsetzbarkeit und Akzeptanz miteinander verbindet und die Grundlage für die anschließende Bewertung und Entscheidungsfindung bildet.
Für die Bewertung verkehrlicher Maßnahmen werden häufig digitale Verkehrsmodelle eingesetzt. Sie bilden Verkehrsströme, Netzbelastungen und Emissionen realitätsnah ab und erlauben die Bewertung von Zukunftsszenarien. Mit PTV Visum kann eine Stadt oder Region als digitaler Zwilling modelliert werden. Dadurch lassen sich verschiedene Szenarien testen und ihre Auswirkungen objektiv bewerten. So können Städte und Planungsbüros fundierte Entscheidungen auf Basis belastbarer Prognosen treffen.
Planungsrahmen und Konzepte der Verkehrsplanung
Verkehrsplanung stützt sich auf verschiedene strategische und operative Planungsinstrumente, die als Rahmen für alle nachfolgenden Schritte dienen. Sie legen fest, welche Ziele verfolgt und welche Untersuchungen durchgeführt werden, bevor konkrete Maßnahmen entwickelt werden.
Verkehrsentwicklungsplan (VEP)
Der Verkehrsentwicklungsplan ist das zentrale strategische Instrument kommunaler Verkehrsplanung. Er beschreibt die langfristige Mobilitätsstrategie einer Stadt oder Region und verknüpft verkehrliche, städtebauliche und ökologische Zielsetzungen. Im VEP werden Analyse, Zieldefinition, Maßnahmenentwicklung und Bewertung zusammengeführt. So entsteht ein integriertes Konzept, das die Grundlage für politische Entscheidungen und Investitionen bildet.
Der Plan wird meist im Auftrag der Kommune erstellt, politisch beschlossen und in regelmäßigen Abständen fortgeschrieben, oft im Zeithorizont von 10 bis 15 Jahren.
Praxisbeispiel:
Die Stadt Hamburg verfolgt mit ihrer auf dem Verkehrsentwicklungsplan basierenden „Strategie zur Mobilitätswende“ das Ziel, die CO₂-Emissionen bis 2030 um 70 Prozent zu senken. Zentrale Maßnahme ist die Veränderung des Modal Splits: weniger Autoverkehr, dafür ein deutlich stärkerer Anteil von öffentlichem Verkehr, Rad- und Fußmobilität.
Themenbezogene Mobilitätskonzepte
Neben dem VEP werden häufig spezifische Mobilitätskonzepte entwickelt, die einzelne Handlungsfelder vertiefen. Dazu gehören beispielsweise:
- Radverkehrs- oder Fußverkehrskonzepte,
- ÖPNV- oder Parkraumkonzepte,
- Mobilitätsmanagement- oder Ladeinfrastrukturkonzepte.
Diese Teilkonzepte konkretisieren die im Verkehrsentwicklungsplan definierten Leitlinien und ermöglichen eine detaillierte, praxisnahe Umsetzung auf Stadtteil- oder Quartiersebene.
Integration in andere Fachplanungen
Ein moderner Planungsrahmen zeichnet sich durch integrierte Verkehrsplanung aus: Er verbindet verkehrliche Konzepte mit Stadtentwicklung, Umwelt- und Klimapolitik. Nur wenn alle Fachplanungen, vom Flächennutzungsplan bis zum Mobilitätskonzept, auf gemeinsame Ziele ausgerichtet sind, entsteht ein konsistentes und nachhaltiges Mobilitätssystem.
Werkzeuge und Methoden zur Umsetzung der Verkehrsplanung
Nach der Festlegung strategischer Konzepte kommen die Werkzeuge und Methoden zum Einsatz, mit denen Analysen, Bewertungen und Simulationen durchgeführt werden. Sie machen die Ziele des Verkehrsentwicklungsplans messbar und schaffen eine fundierte Grundlage für Entscheidungen.
Datengrundlagen
Die Grundlage jeder Verkehrsplanung sind verlässliche Verkehrs- und Umweltdaten. Dazu gehören Bevölkerungs- und Wirtschaftsdaten, Verkehrszählungen, Floating-Car-Data, ÖPNV-Betriebsdaten, Haushaltsbefragungen und Geodaten (GIS). Durch die Kombination verschiedener Quellen lassen sich Verkehrsaufkommen, Wegezwecke und Belastungen im Netz präzise erfassen.
Zunehmend gewinnen Echtzeit- und Open-Data-Portale an Bedeutung, da sie kurzfristige Analysen und flexible Planungsentscheidungen ermöglichen.
Digitale Werkzeuge und smarte Planung
Digitale Verkehrsplanung geht über klassische Modellierung hinaus. Sie verknüpft Datenanalyse, Simulation und Kommunikation zu einem kontinuierlichen, vernetzten Planungsprozess. Daten aus Verkehrszählungen, Sensorik, Mobilfunk und Open-Data-Portalen werden in integrierten Plattformen gebündelt und laufend aktualisiert. Dadurch entsteht ein digitales Abbild des Verkehrssystems, der sogenannte digitale Zwilling.
Mit diesem digitalen Zwilling können Planerinnen und Planer Szenarien simulieren, Auswirkungen visualisieren und den Dialog mit Politik und Öffentlichkeit fundiert gestalten. So wird Verkehrsplanung nicht nur datenbasiert, sondern auch interaktiv und adaptiv: neue Informationen fließen laufend in Analysen, Bewertungen und Entscheidungen zurück.
Nachhaltige Verkehrsplanung und Mobilitätswende
Nachhaltige Verkehrsplanung verfolgt das Ziel, Mobilität so zu gestalten, dass sie heutigen Bedürfnissen gerecht wird, ohne die Chancen künftiger Generationen zu beeinträchtigen. Sie verknüpft ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte und bildet damit den Kern der sogenannten Mobilitätswende.
Im Zentrum steht die Frage, wie Städte und Regionen Verkehr vermeiden, verlagern und verbessern können. Die drei Grundprinzipien nachhaltiger Mobilität:
- Verkehr vermeiden: durch kompakte Siedlungsstrukturen, kurze Wege und digitale Angebote, die physische Mobilität ersetzen.
- Verkehr verlagern: von motorisiertem Individualverkehr auf umweltfreundliche Verkehrsträger wie Fuß-, Rad- und öffentlichen Verkehr.
- Verkehr verbessern: durch effiziente Antriebe, intelligente Steuerung, Verkehrsmanagement und Digitalisierung.
Kommunale Verkehrsplanung leistet hierzu einen entscheidenden Beitrag. Sie kann Flächen gerechter verteilen, emissionsfreie Mobilitätsformen fördern und öffentliche Räume lebenswerter gestalten.
Praxisbezug:
Daten sind die Grundlage jeder fundierten Verkehrsplanung, ihre Qualität bestimmt die Aussagekraft aller Analysen. Mit den PTV Mobilitätsdaten können Kommunen Verkehrsdaten aus verschiedensten Quellen zusammenführen, prüfen und für Planungsentscheidungen aufbereiten.
Analysen und Modellierung
Zur Analyse und Prognose des Verkehrsgeschehens werden digitale Verkehrsmodelle eingesetzt. Diese Modelle beschreiben die Verkehrsnachfrage, also, wo Wege entstehen, welche Ziele sie haben und mit welchen Verkehrsmitteln sie durchgeführt werden, und legen sie anschließend auf das Verkehrsnetz um. Auf dieser Grundlage lassen sich Verkehrsströme, Engpässe und Emissionen untersuchen sowie die Wirkungen geplanter Maßnahmen abschätzen.
Praxisbezug:
Für diese Modellierung und Bewertung verkehrlicher Maßnahmen wird PTV Visum eingesetzt. Es bildet Städte, Regionen oder ganze Länder realitätsnah ab, analysiert die Verkehrsnachfrage und ermöglicht belastbare Prognosen für strategische und operative Entscheidungen.
Freiburg setzt mit seiner Fuß- und Radoffensive auf aktive Mobilität.
Zahlreiche Städte, darunter Stuttgart (Fokus auf Ausbau von Radwegenetz und ÖPNV im Verkehrsentwicklungskonzept 2030) oder Freiburg („Fuß- und Radoffensive“) zeigen, wie gezielte Investitionen in Radwegenetze, ÖPNV-Ausbau und Verkehrsmanagement nachhaltige Effekte erzielen.
Neben ökologischen Zielen berücksichtigt nachhaltige Verkehrsplanung auch soziale Aspekte: gleiche Mobilitätschancen für alle Bevölkerungsgruppen, barrierefreie Zugänge und sichere Wege. So wird Mobilität nicht nur klimafreundlicher, sondern auch gerechter.
Rollen und Einfluss der Akteure in der Verkehrsplanung
Die Verkehrsplanung ist keine Domäne einer Institution allein. Vielmehr arbeiten mehrere Ebenen und Akteure mit unterschiedlichen Aufgaben, Einflussbereichen und Finanzierungsrollen zusammen, vom Bund über die Länder, bis zur Kommune.
Bund
Der Bund setzt strategische Rahmenbedingungen, finanziert größere Programme und beeinflusst die Verkehrsentwicklung über Gesetze und Förderprogramme. Z.B.:
- Das Förderprogramm „Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme“ unterstützt seit 2024 Kommunen mit rund 40,9 Mio. Euro zur digitalen Transformation des Verkehrs.
- Das Förderprogramm „Nachhaltige urbane Mobilitätspläne (SUMP)“ fördert Kommunen bei der Aufstellung von Mobilitätskonzepten.
Der Bund übernimmt hier Finanzierung und Vorgaben, ist aber wenig operativ in der Umsetzung kommunaler Maßnahmen.
Länder
Die Länder koordinieren, fördern auf regionaler Ebene und übernehmen Aufgaben zwischen Bund und Kommune. Sie setzen Landesverkehrspläne um, betreuen Förderprogramme und unterstützen Kommunen fachlich und finanziell. Ein Beispiel: Baden-Württemberg fördert nachhaltige Mobilitätskonzepte und Klimaschutzmaßnahmen im Verkehr über Landesprogramme, z.B. nachhaltig-mobil-planen.de
Kommunen
Die Kommunen tragen die operative Verantwortung: Sie entwickeln Verkehrskonzepte (z. B. Verkehrsentwicklungspläne), entscheiden über Maßnahmen und setzen diese um. Gleichzeitig müssen sie oft Eigenmittel aufbringen und Fördergelder beantragen. Ein typisches Muster: Bund und Länder stellen Mittel bereit, aber die Kommune realisiert das Vorhaben vor Ort.
Weitere Akteure
- Verkehrsverbünde und Verkehrsunternehmen sind für den ÖPNV und dessen Angebot zuständig.
- Planungsbüros, Forschungseinrichtungen liefern Fachwissen, Modelle und Gutachten.
- Öffentlichkeit, Vereine, Stakeholder beeinflussen Entscheide durch Beteiligung und Akzeptanz.
Grenzen und Herausforderungen der Verkehrsplanung
Verkehrsplanung bewegt sich immer im Spannungsfeld zwischen fachlichen, politischen und gesellschaftlichen Interessen. Trotz moderner Methoden, digitaler Werkzeuge und klarer Leitbilder stößt sie in der Praxis an verschiedene Grenzen.
Politische und institutionelle Grenzen
Verkehrsplanung ist ein langfristiger Prozess, während politische Entscheidungszyklen oft kurz sind. Strategische Ziele aus Verkehrsentwicklungsplänen oder Mobilitätskonzepten geraten dadurch leicht in Konflikt mit kurzfristigen Erwartungen. Hinzu kommt die Aufteilung von Zuständigkeiten zwischen Bund, Ländern und Kommunen: Fördermittel, gesetzliche Rahmenbedingungen und Genehmigungsprozesse erschweren eine abgestimmte Umsetzung.
Finanzielle und personelle Ressourcen
Viele Kommunen verfügen nur über begrenzte Haushaltsmittel und Personalressourcen, um umfangreiche Verkehrsprojekte zu planen und fortzuschreiben. Förderprogramme erfordern hohe Eigenanteile und administrative Kapazitäten. Dadurch entstehen Verzögerungen oder Abhängigkeiten von externen Planungsbüros.
Gesellschaftliche Akzeptanz und Zielkonflikte
Verkehrsplanung muss vielfältige Interessen ausgleichen: Flächengerechtigkeit zwischen Verkehrsträgern, Wirtschaftlichkeit, Umwelt- und Klimaschutz, Sicherheit und Komfort. Maßnahmen wie Parkraumbewirtschaftung, Temporeduktionen oder Flächenumverteilungen stoßen häufig auf Widerstände. Ein offener Dialog und transparente Beteiligung sind daher entscheidend, um Akzeptanz zu schaffen.
Technische und methodische Herausforderungen
Trotz digitaler Fortschritte bleiben Datenlücken, veraltete Systeme und heterogene Datenquellen ein Problem. Prognosen sind immer mit Unsicherheiten verbunden, etwa durch demografische Veränderungen, neue Mobilitätsformen oder disruptive Technologien. Verkehrsplanung muss daher flexibel bleiben und regelmäßig überprüft werden, um neue Entwicklungen integrieren zu können.
PTV: Ihr Partner für Verkehrsplanung
Die Anforderungen an moderne Verkehrsplanung steigen: komplexe Datensätze, ambitionierte Klimaziele und begrenzte Ressourcen stellen Städte und Regionen vor neue Herausforderungen. PTV unterstützt Kommunen, Behörden und Ingenieurbüros dabei, diese Aufgaben systematisch und datenbasiert zu meistern.
Mit einem durchgängigen Leistungspaket, Softwarelösungen, Mobilitätsdaten und Planungs- & Beratungsservices, bietet PTV ein vollständiges Ökosystem für Analyse, Modellierung, Simulation und Bewertung. So werden Verkehrs- und Mobilitätsstrategien effizient entwickelt und umgesetzt.
Durch die enge Zusammenarbeit mit Städten, Forschungseinrichtungen und Fachbüros entsteht eine verlässliche Partnerschaft: PTV unterstützt bei der Entwicklung integrierter Verkehrsplanungen, der Umsetzung digitaler Verkehrsmodelle und der Schulung von Fachkräften - damit Mobilitätsstrategien nicht nur entwickelt, sondern auch erfolgreich umgesetzt werden.
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FAQs zur Verkehrsplanung
Was ist strategische Verkehrsplanung?
Strategische Verkehrsplanung ist eine Methode, mit der untersucht wird, wie der Mobilitätsbedarf in einer Region gedeckt werden kann. Dazu gehören alle Mobilitätsbedürfnisse, vom Fußgängerverkehr bis zum motorisierten Verkehr. Es umfasst auch die Bewegung von Waren und Dienstleistungen, die für eine florierende Wirtschaft erforderlich sind.
Was ist städtische Verkehrsplanung?
Bei der städtischen Verkehrsplanung wird die derzeitige Infrastruktur in Ballungsräumen analysiert und es werden Verbesserungsvorschläge gemacht. Dazu gehört auch die Gestaltung eines leistungsfähigen, abgestimmten Verkehrssystems für optimale Mobilität in Städten.
Was ist Verkehrspolitik?
Verkehrspolitik bezieht sich auf die Art und Weise, wie Regierungsbeamte Änderungen für bestimmte Transitfragen überprüfen und vornehmen. Die Regierungsebene, die diese Verantwortung übernimmt, hängt von der Region, den Herausforderungen und dem Umfang der vorgeschlagenen Verbesserungen ab. Dabei kann es sich um privatwirtschaftliche oder öffentliche Maßnahmen handeln, die darauf abzielen, nachteilige Auswirkungen auf die Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden der Einwohner*innen zu verringern.
Was sind Ziele des Verkehrsplanungsprozesses?
Die spezifischen Ziele des Verkehrsplanungsprozesses hängen von den Herausforderungen ab, vor denen eine Region steht. Dazu gehören in der Regel:
- Verbesserung der Leistungsfähigkeit des Verkehrs für Unternehmen und Verkehrsanbieter
- Verbesserung der wirtschaftlichen Effizienz des Verkehrs für die Verkehrsteilnehmer*innen
- Schaffung eines zuverlässigeren Verkehrssystems
- Langfristig positive, nachhaltige wirtschaftliche Auswirkungen auf die Region zu erzielen
- Vorantreiben der Verkehrswende
Was macht ein Verkehrsplanungsingenieur?
Ein Verkehrsplanungsingenieur hat die Aufgabe, Verkehrsprobleme auf Grundlage der bestehenden Infrastruktur in einer Region zu simulieren. Dies geschieht mithilfe von Computermodellen, Software und Simulationen von Lösungsvorschlägen. Verkehrsplanungsingenieure müssen zunächst die gesammelten Daten analysieren und interpretieren, um verschiedene Systeme für das Verkehrsmanagement zu untersuchen und Verbesserungen vorzuschlagen. Sie sind auch für die Vorhersage der Auswirkungen künftiger Entwicklungen auf den Verkehr zuständig.
Was ist eine Verkehrsanalyse?
Eine Verkehrsanalyse ist eine übergreifende Methode zur Analyse von Problemen im Zusammenhang mit der Verkehrsinfrastruktur. Dazu gehören verschiedene Aspekte wie Reisegewohnheiten, Verkehrsmittelpräferenzen, Verkehrsarten und deren Auswirkungen auf die Region. Sie bietet einen umfassenden Überblick darüber, wie sich der Verkehr auf ein bestimmtes Gebiet auswirkt.