Landesverkehrsmodell Baden-Württemberg: PTV Group schafft neue Grundlage für nachhaltige Mobilitätsplanung
- Datenbasierte Abbildung des realen Verkehrsgeschehens
- Basis für Simulationen unterschiedlichster Maßnahmen
- Faktenbasierte Entscheidungsgrundlage für Infrastrukturprojekte bis hin zu Klimaschutzstrategien
Karlsruhe, 22.01.2026. Im Auftrag des Ministeriums für Verkehr Baden-Württemberg hat die PTV Group in enger Zusammenarbeit mit SSP Consult Baden-Württemberg ein datenbasiertes Landesverkehrsmodell entwickelt, das im Bundesland eine neue Ära der strategischen Verkehrsplanung einläutet. Nach intensiver Zusammenarbeit steht nun ein Werkzeug bereit, welches das gesamte Verkehrsnetz Baden-Württembergs sowie die realen Verkehrsströme von Personen und Gütern abbildet. Damit lassen sich Szenarien erstellen, welche die zukünftige Verkehrsentwicklung zeigen: eine Basis für Simulationen unterschiedlichster Infrastrukturprojekte bis hin zu Klimaschutzstrategien, bevor man sie in der Realität umsetzt.
Das Ministerium spricht von einem „Gewinn für alle, die Verkehr planen, steuern und gestalten wollen“: Das Landesverkehrsmodell Baden-Württemberg (LVM-BW) ermöglicht eine faktenbasierte Analyse und Prognose der Auswirkungen verkehrspolitischer Maßnahmen. Dies umfasst auch klimarelevante Aspekte, z. B. inwieweit eine neue Bahnstrecke den Verkehr und aber auch die Emissionsbelastungen der entsprechenden Region verändert. Winfried Hermann, Minister für Verkehr Baden-Württemberg, erklärt: „Mit dem Landesverkehrsmodell verfügen wir nun in Baden-Württemberg über eine umfassende, digitale Grundlage, um den Verkehr von morgen schon heute klimafreundlich und zukunftssicher zu gestalten. Es ermöglicht uns, die Auswirkungen von Maßnahmen realistisch einzuschätzen und damit Entscheidungen datenbasiert auf besserer Grundlage zu fällen.“
Technologie und Transparenz
Um solche Aussagen treffen zu können, wurde Baden-Württemberg in 7.885 Verkehrszellen aufgeteilt, die ein feingliedriges Netz aus Straßen- Bahn und Radwegen sowie insgesamt 60.000 Haltestellen beinhalten. Zusätzlich betrachtete man über die Landesgrenzen hinaus die wichtigsten Verkehrsströme und addierte rund 1.800 weitere Verkehrszellen in Deutschland und Europa. Insgesamt bildet der gesamten Modellraum damit knapp 10.000 Verkehrszellen ab und verdeutlicht die Einbindung des Bundeslandes in das internationale Verkehrsgeschehen.
Die Bewegung aller Verkehrsmittel lässt sich dabei auch auf kleinen Verkehrsachsen flexibel betrachten und auf einer einheitlichen Basis bewerten. Dafür fließen Daten unterschiedlichster Quellen ein: aus Verkehrszählungen, Haushaltsbefragungen wie der Mobilität in Deutschland, Fahrplänen, Straßen- und Radnetzdaten sowie Einwohner- und Arbeitsplatzstatistiken und weiteren Datensätzen. Diese werden regelmäßig aktualisiert. Das Modell kann auch innovative Mobilitätskonzepte, wie den Einsatz von On-Demand-Verkehren, untersuchen.
Enge Verbindung von Wissenschaft und Technik
Das Modell wurde nach den neuesten wissenschaftlichen Standards entwickelt und ist vollständig dokumentiert. Alle Methoden sind transparent und nachvollziehbar – ein entscheidender Schritt für Vertrauen und Akzeptanz in der Planung von Infrastrukturmaßnahmen. Für die Nutzung des Modells muss man keine kommerziellen Daten erwerben, was den Zugang für öffentliche Institutionen erleichtert.
Dr.-Ing. Juliane Pillat, Projektleiterin bei PTV Transport Consult, dem Beratungsunternehmen innerhalb der PTV Group, betont: „Mit dem Modell steht ein Werkzeug zur Verfügung, mit dem man eine nachhaltige Verkehrsplanung effizienter und transparenter gestalten kann. Das Modell entspricht dabei nicht nur dem aktuellen Stand der Technik, sondern auch der Forschung.“ Prof. Dr.-Ing. Markus Friedrich, Inhaber des Lehrstuhls für Verkehrsplanung und Verkehrsleittechnik an der Universität Stuttgart, ist mit seinem Lehrstuhl für die wissenschaftliche Begleitung des Projekts verantwortlich. Er ergänzt: „Mit dem Landesverkehrsmodell lassen sich die Wirkungen von Entwicklungen und geplanten Maßnahmen auf die Verkehrsnachfrage und die Umwelt abschätzen. Erstmals in einem Modell dieser Größenordnung ist ein Pkw- und Zeitkartenverfügbarkeitsmodel integriert. Außerdem werden das Radnetz und Sharingangebote im ÖV explizit abgebildet.“
Vorteile des LVM-BW auf einen Blick
- Abbildung von Klimaschutzmaßnahmen: Das Modell ist aufgrund seiner Komponenten besonders geeignet, die Wirkung verkehrlicher Klimaschutzstrategien zu simulieren.
- Ganzheitlicher Ansatz: Neben dem Personenverkehr wird auch der Güterverkehr intermodal und in allen Entscheidungsschritten maßnahmensensitiv berücksichtigt – ein entscheidender Faktor für die prognosefähige Berechnung der abgebildeten Gesamtmobilität.
- Öffentlicher Zugang: Es sind keine kommerziellen Daten erforderlich.
- Kooperation und Expertise: PTV verantwortete die Modellierung des Personenverkehres und Szenarioberechnungen, während SSP Consult die Verkehrszellen, Netze, übergeordneten Verkehre und Güterverkehrsdaten erstellte. Gleichzeitig bilden wissenschaftliche Erkenntnisse die Basis.
Das Landesverkehrsmodell setzt als Leuchtturmprojekt neue Maßstäbe in der Verkehrsplanung der Länder und Gemeinden, die das Modell für ihre Projekte beim Ministerium anfragen können.
Weitere Informationen enthält das Video des Ministeriums.
Die PTV Group ist ein weltweit führendes Softwareunternehmen für Verkehrsplanung, -simulation und -management. Mit mehr als 40 Jahren Erfahrung in den Bereichen Mobilität bietet das deutsche Unternehmen Softwareprodukte auf Basis eigener Algorithmen an, die von der mikroskopischen und makroskopischen Modellierung und Simulation des Verkehrs bis zum Echtzeit-Verkehrsmanagement reichen. Mehr als 2.900 Städte und Gemeinden vertrauen auf diese Lösungen. Die Mehrheit am Unternehmen hält seit 2022 Bridgepoint und treibt das Wachstum der PTV gemeinsam mit der ebenfalls beteiligten Porsche Automobil Holding SE weiter voran. Seit 2023 sind PTV Group und das nordamerikanische Unternehmen Econolite unter der Marke Umovity vereint.
Die PTV Transport Consult GmbH ist das Beratungsunternehmen innerhalb der PTV Group. Die Mobilitätsexperten und Ingenieurinnen stehen für umfassendes Know-how in allen Fragestellungen des Verkehrswesens: für eine nachhaltige, aber dennoch wirtschaftliche Mobilität der Zukunft, für den Klimaschutz im Verkehrswesen, für Wirtschaftsverkehre und die Verkehrssicherheit. Dabei machen visionäre Ideen und digitale Informationstechnologien neue Lösungen für die Stadt- und Regionalplanung möglich. Mehr als 130 Kolleginnen und Kollegen beraten mit maßgeschneiderten Konzepten und wurden dafür zum wiederholten Male als „Beste Unternehmensberater“ ausgezeichnet.
Umovity (PTV Group & Econolite). Mobility for Humanity.
Umovity ist ein globaler Markführer für ganzheitliches Verkehrsmanagement und Verkehrstechnologie und verfolgt einen integrierten Ansatz, um eine sicherere, smartere und nachhaltigere Mobilität für die Menschheit zu ermöglichen (Mobility for Humanity). Das Unternehmen vereint die führenden Lösungen für intelligente Verkehrsmanagementsysteme, cloudbasierte adaptive Verkehrssteuerung, Echtzeit-Verkehrsmanagement-Software, Steuergeräte, Schaltanlagen und Sensoren von Econolite mit der Simulations- und Modellierungssoftware der PTV. Umovity ermöglicht es somit Innovatoren und Entscheidungsträgern in Politik, Verwaltung und Industrie, intelligentere und lebenswertere Städte und Gemeinden, eine multimodale Mobilität sowie vernetzte und autonome Fahrzeuge zu gestalten. Weitere Informationen unter: www.umovity.com.